Psychotherapie

Ergänzend kommen in meiner Praxis psychotherapeutische Interventionen sowie auch achtsamkeitsbasierte Methoden zur Anwendung

Kognitive Therapie

Die kognitive Therapie geht davon aus, das sowohl dysfunktionale Denkmuster irgendwann einmal erlernt wurden und deswegen auf wieder verlernt werden können. 

Kognitive Therapie nach Aaron T. Beck

Die kognitive Therapie geht davon aus, dass unsere Gedanken beeinflussen, wie wir Situationen emotional erleben und wie wir uns verhalten.

Ein zentraler Bestandteil ist deshalb, automatische Gedanken zu erkennen, zu überprüfen und gegebenenfalls zu verändern.

Dabei geht es nicht um „positives Denken“, sondern um eine realistische und differenzierte Betrachtung der eigenen Gedanken und Überzeugungen.

Schematherapie

In der Schematherapie (entwickelt von Jeffrey Young) sind Schemata tief verankerte Muster aus Erinnerungen, Gefühlen, Körperempfindungen, Überzeugungen und Beziehungserwartungen, die meist in der Kindheit oder Jugend entstehen und sich später im Leben immer wieder aktivieren.

  • Verlassenheit/Instabilität, die Überzeugung, dass wichtige Menschen einen früher oder später verlassen werden
  • Unzulänglichkeit/Scham, das Gefühl, im Kern defekt, minderwertig oder nicht liebenswert zu sein
  • Misstrauen/Missbrauch, die Erwartung, von anderen verletzt, betrogen oder missbraucht zu werden
  • Emotionale Entbehrung, die Überzeugung, dass das eigene Bedürfnis nach Zuwendung nie wirklich erfüllt werden wird
  • Unerbittliche Ansprüche, extreme Anforderungen an sich selbst, verbunden mit Angst vor Versagen

Neben den Schemata ist das Modi-Modell ein zentrales Werkzeug der Schematherapie. Ein Modus beschreibt einen emotionalen Zustand, der in einem bestimmten Moment vorherrschend ist, sozusagen den „inneren Zustand", in dem sich der Betroffene gerade befindet.

Typische Modi sind:

  • Verletztes Kind, das innere Kind, das sich verlassen, ängstlich oder beschämt fühlt
  • Wütendes Kind, ein Anteil, der überwältigende Wut oder Frustration erlebt
  • Kritischer Elternteil, eine verinnerlichte Stimme, die abwertet, beschämt oder bestraft
  • Distanzierter Beschützer, ein Bewältigungsmodus, der emotional abschaltet, um Schmerz zu vermeiden
  • Gesunder Erwachsener, der Zielmodus der Therapie: ein innerer Anteil, der fürsorglich, ausgeglichen und handlungsfähig ist

Ziel der Schematherapie ist, den gesunden Erwachsenen-Modus zu stärken, damit dieser im Alltag die Führung übernehmen kann, auch dann, wenn das verletzte Kind oder der kritische Elternteil aktiviert ist.

Polyvagaltheorie

Die Polyvagal-Theorie, entwickelt von Stephen Porges, beschreibt das autonome Nervensystem (ANS) als ein hierarchisches System mit drei Zuständen: Sicherheit (ventraler Vagus), Kampf/Flucht (Sympathikus) und Erstarrung (dorsaler Vagus), wobei der ventrale Vagus soziale Verbindung und Wohlbefinden ermöglicht, während Stress oder Trauma sich in Stressreaktionen (Kampf/Flucht) oder Ohnmacht (Erstarrung) zeigt. Das Verständnis dieser Funktionen ermöglicht einen bewußten Umgang mit Stressreaktionen. Mithilfe autonom wirksamer Übungen lernen Sie übermächtige Symptome wie Ängste, Panikattacken und Unruhe in Griff zu bekommen. 

"Es gibt keine Antwort, die dein Nervensystem nicht schon kennt. Dein Körper ist nicht kaputt. Oft ist er einfach in einem dauerhaften Zustand der Alarmbereitschaft gefangen – und das kostet ihn alles."

Die Wissenschaft zeigt es deutlich: Wenn das autonome Nervensystem Sicherheit wahrnimmt, wechselt es vom Verteidigungsmodus in einen Zustand, in dem Heilung, Regeneration und Gleichgewicht möglich werden. Nicht als Zufall. Als biologische Reaktion.

Das ist kein Wellness-Trend. Das ist Neurophysiologie.

Quellen: Porges, S. W. (2022). Polyvagal Theory: A Science of Safety. Frontiers in Integrative Neuroscience, 16, 871227.

MBSR

Die Mindfulness Based Stressreduction (MBSR) wurde von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn entwickelt und basiert auf Achtsamkeitsübungen, die Ihnen helfen, Ihre Stressregulation langfristig verbessern. Ziel ist es, eine achtsame Haltung in den privaten wie beruflichen Alltag zu übertragen und dadurch gelassener mit Stress sowie belastenden Gedanken und Gefühlen umgehen zu können. Sie lernen vor allem das, was Sie gerade wahrnehmen, anzunehmen ohne es zu werten. Oftmals machen wir uns unseren Stress selber in unserem Kopfkino. Deswegen wollen wir uns darauf fokussieren, achtsamer mit unseren Gedanken umzugehen und zu erkennen, dass diese lediglich Produkte unseres Geistes sind. 

Dabei geht es nicht darum, ständig entspannt zu sein.

Achtsamkeit bedeutet auch nicht, keine negativen Gedanken mehr zu haben.

Es geht vielmehr darum, einen kleinen Abstand zwischen dem, was passiert, und unserer automatischen Reaktion darauf entstehen zu lassen.